Ich fuhr morgens auf dem Weg im Wald zur Arbeit, es muss gegen 7:20 Uhr gewesen sein. Ein Wagen stand mitten auf dem Weg, wo er nicht hätte sein dürfen. Ich bremste und wartete. Der Fahrer fuhr dann rückwärts, wollte zurück, sah mich nicht und überfuhr mich fast. Daraufhin schrie er mich zusammen, ich solle im Wald gefälligst besser aufpassen. (Ironisch, nicht?)
Ich fuhr an ihm vorbei, hielt an und holte mein Handy raus, um ein Foto zu machen. Daraufhin brüllte er aus seinem Auto: „Wenn du jetzt ein Bild machst, hau ich dir eine aufs Maul!“ (Weiß ich noch ganz genau.)
Ich stieg dann schon aus Prinzip ab und machte ein Foto – woraufhin er den ersten Gang einlegte und aktiv auf mich zuraste. Ich rannte in den Wald, er bremste schließlich ab. Er kam vielleicht fünf bis zehn Meter vor meinem Rad zum Stehen. Ich beobachtete das kurz – er regte sich nicht.
Dann stieg ich langsam wieder auf mein Rad und fuhr weg, immer wieder zurückschauend. Er blieb an Ort und Stelle, bewegte sich nicht mehr, bis ich weit genug entfernt und um eine Kurve war.
Der Polizist nahm meinen Fall auf, und dabei fühlte ich mich gut aufgehoben. Als dann Wochen später der Brief kam, dass kein öffentliches Interesse bestehe, fiel ich aus allen Wolken. Ich beschwerte mich noch bei der Staatsanwaltschaft – ohne je eine Reaktion zu erhalten.
Inzwischen schwanke ich zwischen dem Gedanken, mir eine Dashcam oder eine Waffe ans Rad zu montieren. Die Fallzahlen in meiner Gegend sind in den letzten zwei Jahren zwar insgesamt zurückgegangen, aber ich fühle mich (auch als Beamter!) komplett vom Staat im Stich gelassen. Zeige ich jemanden an, steht nach der Akteneinsicht auch mal jemand vor der Tür (einmal geschehen – seitdem einfach keine Lust mehr).
Ich hoffe, dass die Infos auch ohne weitere Beweise ausreichen, um in deine Statistik aufgenommen zu werden.
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